SAG Unternehmensbeteiligungsgesellschaft MT Cape Taft mbH & Co. KG

Aktuelle Situation des Fonds/Hintergründe

Der Fonds wurde im Jahr 2008 von dem Emissionshaus Salamon aus Dortmund aufgelegt. Die Kapitalanleger beteiligten sich mit einer Mindestbeteiligungssumme von 15.000,00 € zzgl. 5 % Agio als Direktkommanditisten oder als Treugeber über die Westfälische Sachwert und Treuhand GmbH. 

Unternehmensgegenstand sollte der Erwerb und Betrieb des Produktentankers MT „Cape Taft“ sein. Der Tanker sollte mit zwei baugleichen Schwesterschiffen einen Pool bilden. Zwei der drei Schiffe charterte der Charterer Schoeller Navigation Ltd. fest für 5 Jahre (ohne Kaufoption). Die Charterrate wurde auf US$ 25.000,- pro Tag festgeschrieben. Eine Chartergarantie wurde von der Schoeller Holdings Ltd. übernommen. Das dritte, nicht fest vercharterte Schiff sollte variable Einnahmen aus dem UPT-Panamax-Pool erzielen.

Der Fondsprospekt wirbt mit Ausschüttungen in Höhe von 3,5 % für das Jahr 2009, jeweils 7,0 % für die Jahre 2010 – 2016 und weiter steigenden Prognosen bis hin zu 15,0 % im Jahre 2028. Der Produktflyer stellt sogar Ausschüttungen in Höhe von 7,0 % für die Jahre 2009 – 2016 bis hin zu 62,0 % im Jahre 2028 in Aussicht. Schon im Jahre 2010 zeichnete sich allerdings ab, dass der Start der Gesellschaft nicht so reibungslos verlaufen würde wie erhofft. Zwar zahlte der Charterer die Raten für die beiden fest vercharterten Schiffe; das dritte Schiff konnte jedoch nur zu erheblich niedrigeren Konditionen eingesetzt werden als geplant. Infolgedessen leistete der Fonds schon im Jahre 2010 keine Ausschüttungen. Konnten im Jahre 2010 noch Zinseinsparungen gegenüber dem Prospektwert erzielt werden, kam es im Jahre 2011 sogar schon zu einem Tilgungsrückstand gegenüber dem Prospektwert. 

Schon im Jahre 2011 erzielten Fondsanteile an der MT Cape Taft am Zweitmarkt nur noch einen Kaufpreis in Höhe von 37 % ihres Nennwerts.

Auch 2011 flossen keine Ausschüttungen. Statt dessen musste Anfang 2012 der Chartervertrag für die beiden fest vercharterten Schiffe neu verhandelt werden. Der Charterer bat um Reduzierung der vereinbarten Charterraten, weil er die Raten nicht mehr zahlen kann. Im Gegenzug sollten die Charterverträge verlängert werden. Nach Angaben der Fondsgesellschaft befindet sich der Charterer in einer „schweren Schieflage“. Um den Charterer nicht ganz zu verlieren, soll der Ratenreduzierung bei Laufzeitverlängerung zugestimmt werden. Im März 2012 zahlte der Charterer nur noch rund 60 % der vereinbarten Charterrate. Mit diesem Ratenniveau hofft die Fondsgesellschaft die Betriebskosten des Schiffes und die Zinszahlungen auf das Schiffshypothekendarlehen tragen zu können. Die Tilgung des Darlehens wird dann ausgesetzt. Ausschüttungen an die Anleger sind nach Angaben der Fondsgesellschaft in den nächsten vier Jahren nicht zu erwarten.

Rechtliche Anhaltspunkte 

Wir vertreten bereits Anleger gegen die verschiedenen Beteiligten, die an der Auflegung und dem Vertrieb des Fonds beteiligt waren. Einen Erfolg versprechenden Ansatzpunkt sehen wir insbesondere im folgenden Umstand: 

Keine Aufklärung über Kick-Back-Zahlungen

Aus dem Verkaufsprospekt geht nur hervor, dass die Salamon Emissionshaus GmbH für die öffentliche Platzierung der Anteile - also die Einwerbung von Kapital durch Beitritte von Anlegern - eine Vergütung in Höhe von T€ 2.540 und das 3 %ige Agio in Höhe von T€ 583 erhalten sollte. Dabei handelt es sich schlicht gesagt um die Vergütung für den Vertrieb der Anteile. Die Salamon Emissionshaus GmbH war laut Seite 60 des Prospekts befugt, den Vertrieb auch auf Dritte zu delegieren. Welche Vergütung diese Vertriebsunternehmen erhalten sollten, wird indes nicht aufgeschlüsselt. Da die Salamon Emissionshaus GmbH nach eigenen Angaben auf ihrer Internetseite das Eigenkapital „über ausgewählte Banken und Sparkassen platziert“ und die Salamon AG Projektfinanzierungen über die HSH Nordbank, die Commerzbank und die Deutsche Schiffsbank vornimmt, ist anzunehmen, dass diese Banken auch hier Vertriebspartner waren. Dann haben sie für die Vermittlung der Anteile aller Wahrscheinlichkeit nach erhebliche Vergütungen erhalten.

Der Aspekt des Vertriebs der Beteiligungen über Banken ist für Anleger interessant. Denn bankgebundene Berater sind nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes verpflichtet, ihre Kunden darüber zu informieren, dass sie für die Vermittlung der Beteiligung eine Vergütung erhalten. Dies geht aus einem Beschluss des BGH vom 09.03.2011 (XI ZR 191/10) hervor. Bekommt die Bank eine Vergütung aus den im Prospekt offen ausgewiesenen Vertriebskosten, ohne dass sie explizit als Empfänger aufgeführt wird, handelt es sich bei diesen Zahlungen um aufklärungspflichtige Rückvergütungen („Kick-Backs“). Eine Aufklärung über die Zahlung von Rückvergütungen an eine Bank findet sich in dem Verkaufsprospekt der Fondsgesellschaft „MT Cape Taft“ nicht. 

Den Anlegern, die die Fondsbeteiligung über einen Bankberater erworben haben, ohne dass sie über die Provisionszahlungen an die Bank aufgeklärt wurden, dürften daher Schadensersatzansprüche gegen die Bank zustehen.

Hinweis für Anleger 

Die vorgenannten Informationen können eine ausführliche, auf den konkreten Einzelfall zugeschnittene Rechtsberatung nicht ersetzen. Falls Sie sich an der SAG Unternehmensbeteiligungsgesellschaft MT Cape Taft mbH & Co. KG beteiligt haben und Sie mit der Entwicklung des Fonds unzufrieden sind, empfehlen wir Ihnen, Ihre Ausstiegsmöglichkeiten von einem spezialisierten Rechtsanwalt prüfen zu lassen. 

Falls Sie nähere Informationen zu diesem Thema und zu unserer auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Kanzlei wünschen, kontaktieren Sie uns gern. Sie können hierzu unseren Allgemeinen Fragebogen ausfüllen oder uns auch über unsere Schiffsfonds-Hotline unter der Telefonnummer 0211 69002-68 direkt telefonisch kontaktieren.

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