Kommanditgesellschaft MS „SANTA LEONARDA“ Offen Reederei GmbH & Co.

 

Aktuelle Situation des Fonds/Hintergründe

Der Fonds wurde im Jahr 2005 aufgelegt. Die Kapitalanleger beteiligten sich mit einer Mindestsumme von 15.000,00 € zzgl. 5 % Agio über die Kommanditgesellschaft MS „SANTA LEONARDA“ Offen Reederei GmbH & Co. an dem Bau des Vollcontainerschiffes MS „Santa Leonarda“. Im Verkaufsprospekt zu der Beteiligung werden Ausschüttungen von 5,00 % für das Jahr 2006, 8,00 % für das erste volle Wirtschaftsjahr (2007), 9 % p. a. ab 2015, ansteigend auf 24 % im Jahr 2022 prognostiziert.

Die Anleger haben bis 2007 Ausschüttung in Höhe von 12,00 %  p. a. (anstatt der im Prospekt prognostizierten 13,00 %) und zuletzt im Jahr 2008 4,50 % p. a. (statt 8,00 % p. a.) erhalten. Seit dem Jahr 2009 erfolgten keine weiteren Ausschüttungen.

Die Fondsverwaltung TVP Treuhand- und Verwaltungsgesellschaft für Publikumsfonds mbH informierte die Anleger mit Schreiben vom 29.06.2010 über den aktuellen Stand des Fonds. Dem Schreiben war ein „Kurzreport 2009/10“ zu der Kommanditgesellschaft MS „SANTA LEONARDA“ Offen Reederei GmbH & Co. beigefügt. Daran teilte die Fondsverwaltung mit, dass die Fondsgeschäftsführung plane, keine Auszahlungen in den Jahren 2010 und 2011 vorzunehmen. Als Grund für diese Entscheidung nennt die Fondsverwaltung zum einen die starke Aufwertung des japanischen Yen (JPY) gegenüber dem US-Dollar (USD). Die Kommanditgesellschaft habe ihre Fremdfinanzierungen über Schiffshypothekendarlehen jeweils zur Hälfte in USD und JPY aufgekommen, könnten die finanzierenden Banken wegen dieser Wechselkursentwicklung grundsätzlich zusätzliche Tilgungen oder Sicherheiten von den Fondsgesellschaften fordern. Deshalb müsse die Gesellschaft zusätzliche Sicherheiten vorhalten und darüber hinaus die vorhandene Liquidität gegebenenfalls für eine Sondertilgung verwenden. Zudem stehe im Jahr 2011 die Fünf-Jahres-Dockung an, die mit Ausgaben in Höhe von rund 1,2 Milliarden € kalkuliert würde.

Rechtliche Anhaltspunkte

Wir vertreten bereits Anleger gegen die verschiedenen Beteiligten, die an der Auflegung und dem Vertrieb des Fonds beteiligt waren. Einen Erfolg versprechenden Ansatzpunkt sehen wir insbesondere im folgenden Umstand:

Keine Aufklärung über Kick-Back-Zahlungen

Seite 36 des Verkaufsprospekts der MPC Münchmeyer Petersen Capital Vermittlung GmbH enthält eine Übersicht über die Mittelverwendung MS „SANTA LEONARDA“. In der Auflistung sind unter anderem die Kapitalbeschaffungskosten mit einer konkreten Summe zzgl. 5 % Agio für weitere Kapitalbeschaffungskosten ausgewiesen. Auf Seite 38 wird hierzu ausgeführt, dass es sich hierbei um eine Vergütung handelt, die MPC im Zusammenhang mit den Kosten für die Beschaffung des einzuwerbenden Kommanditkapitals erhält. Weitere Empfänger von Vergütungen sind dort nicht aufgeführt. Uns ist aber bekannt, dass dieser Hauptvertrieb mit diversen Vertriebspartnern, insbesondere auch mit der TARGOBANK AG & Co. KGaA und der Sparkasse Hannover, Vertriebsvereinbarungen geschlossen hat, wonach Provisionen geleistet wurden. Die Sparkasse Hannover hatte den Fonds zuvor sogar in einer groß angelegten Veranstaltung ihren Kunden vorgestellt.

Der Aspekt des Vertriebs der Beteiligungen über Banken ist für Anleger interessant. Denn die Bankberater hätten ihre Kunden darüber informieren müssen, dass sie für die Vermittlung der Beteiligung eine Vergütung erhalten. Der BGH hat dies kürzlich mit Hinweisbeschluss vom 09.03.2011 klargestellt (Az.: XI ZR 191/10). Demnach sind Zahlungen an die Bank aus den im Prospekt offen ausgewiesenen Vertriebskosten, ohne dass die Bank als Empfänger der Zahlungen angegeben wurde, als aufklärungspflichtige Rückvergütungen („Kick Backs“) anzusehen. Eine Aufklärung über die Zahlung von Rückvergütungen an eine Bank erfolgt in dem Verkaufsprospekt zur MS „SANTA LEONARDA“ an keiner Stelle.

Anlegern, welche die Fondsbeteiligung über einen Bankberater erworben haben, ohne dass sie über die Provisionen an die Bank aufgeklärt wurden, dürften daher Schadensersatzansprüche gegen die Bank zustehen.

Hinweis für Anleger

Die vorgenannten Informationen können eine ausführliche, auf den konkreten Einzelfall zugeschnittene Rechtsberatung nicht ersetzen. Falls Sie sich an der Kommanditgesellschaft MS „SANTA LEONARDA“ Offen Reederei GmbH & Co. beteiligt haben und Sie mit der Entwicklung des Fonds unzufrieden sind, empfehlen wir Ihnen, Ihre Ausstiegsmöglichkeiten von einem spezialisierten Rechtsanwalt prüfen zu lassen.

Falls Sie nähere Informationen zu diesem Thema und zu unserer auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Kanzlei wünschen, kontaktieren Sie uns gern. Sie können hierzu unseren Allgemeinen Fragebogen ausfüllen oder uns auch über die Telefonnummer 0211 69002-68 direkt telefonisch kontaktieren.

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