MS „SANTA LAETITIA“ Offen Reederei GmbH & Co. KG und MS “SANTA LIANA” Offen Reederei GmbH & Co KG.


Aktuelle Situation des Fonds/Hintergründe

Der Fonds wurde im Jahr 2007 aufgelegt. Kapitalanleger beteiligten sich mit einer Mindestsumme von 10.000,00 € zzgl. 5 % Agio zu gleichen Teilen an der KG MS „SANTA LAETITIA“ Offene Reederei GmbH & Co. und KG MS “SANTA LIANA” Offene Reederei GmbH & Co. zum Neubau jeweils eines Containerschiffes. In der Kurzübersicht zum Fonds werden Ausschüttungen von 1,75 % bereits für das Jahr 2008, ansteigend auf 7,25 % p. a. ab 2009 und 7,5 % p. a. ab 2016 prognostiziert.

Die Anleger haben lediglich im Jahr 2008 die Ausschüttung in Höhe von 1,75 % erhalten. Seit dem erfolgten keine weiteren Ausschüttungen.

Die Fondsverwaltung TVP Treuhand- und Verwaltungsgesellschaft für Publikumsfonds mbH teilte den Anlegern mit Rundschreiben vom 22.12.2009 mit, dass die für das Jahr 2009 prognostizierte Ausschüttung in Höhe von 7,25 % kurzfristig nicht ausgezahlt werden könne. Als Grund für diese Entscheidung nennt die Fondsverwaltung die Kursentwicklung des japanischen Yen (JPY) zum US-Dollar (USD). Da die Fondsgesellschaften ihre Fremdfinanzierungen über Schiffshypothekendarlehen jeweils zur Hälfte in USD und JPY aufgekommen hätten, könnten die finanzierenden Banken wegen dieser Wechselkursentwicklung zusätzliche Tilgungen oder Sicherheiten von den Fondsgesellschaften fordern. Vor diesem Hintergrund wäre eine Ausschüttung an die Anleger nicht möglich.

Auch für das Jahr 2010 erfolgten keine Ausschüttungen, obwohl die Beiräte der Schifffahrtsgesellschaften bei der Gesellschafterversammlung am 21.9.2010 ein durchweg positives Bild von der Entwicklung des Schiffsbetriebs zeichneten. So heißt es unter TOP 3 des Protokolls zur Gesellschafterversammlung vom 28.9.2010 unter anderem, dass „langfristige Charterverträge“ bestünden, sich der Markt im Größensegment der Fondsschiffe“ wieder „stark erholt“ habe und sich die Schiffsbetriebskosten positiv entwickelten. Die Stärke des japanischen Yen habe aufgrund der von der Reederei Claus-Peter Offen abgegebenen Garantie nur geringfügige wirtschaftliche Auswirkungen. Auf Nachfrage der Anleger wurde laut dem Protokoll von den Verantwortlichen eingeräumt, dass wegen der Schiffshypothekendarlehen auch im Jahr 2010 keine Auszahlungen erfolgen könnten, wenn der JPY weiterhin deutlich stärker notiere als der USD. Dieses Szenario ist am Ende auch eingetreten.

Rechtliche Anhaltspunkte

Wir vertreten bereits Anleger gegen die verschiedenen Beteiligten, die an der Auflegung und dem Vertrieb des Fonds beteiligt waren. Erfolg versprechende Ansatzpunkte sehen wir insbesondere in folgenden Punkten:

Keine Aufklärung über Kick-Back-Zahlungen

Seite 84 des Verkaufsprospekts der MPC Münchmeyer Petersen Capital Vermittlung GmbH enthält einen prognostizierten Investitions- und Finanzierungsplan. Unter den Anschaffungsnebenkosten sind unter anderem die Kosten der Kapitalbeschaffung mit einer konkreten Summe zzgl. 5 % Agio ausgewiesen. Auf Seite 87 wird hierzu ausgeführt, dass es sich hierbei um eine Vergütung handelt, die MPC im Zusammenhang mit den Kosten für die Beschaffung des einzuwerbenden Emissionskapitals erhält. Weitere Empfänger von Vergütungen sind dort nicht aufgeführt.

Sollten auch Banken die Beteiligungen an dem Fonds vertrieben und hierfür eine Vergütung erhalten haben, hätten die Anleger hierüber in den Verkaufsprospekt von dem Bankberater informiert werden müssen. Der BGH hat dies kürzlich mit Hinweisbeschluss vom 09.03.2011 klargestellt (Az.: XI ZR 191/10). Demnach sind Zahlungen an die Bank aus den im Prospekt offen ausgewiesenen Vertriebskosten, ohne dass die Bank als Empfänger der Zahlungen angegeben wurde, als aufklärungspflichtige Rückvergütungen („Kick-Backs“) anzusehen. Eine Aufklärung über die Zahlung von Rückvergütungen an eine Bank erfolgt in dem Verkaufsprospekt an keiner Stelle.

Anlegern, welche die Fondsbeteiligung über einen Bankberater erworben haben, ohne dass sie über die Provisionen an die Bank aufgeklärt wurden, dürften daher Schadensersatzansprüche gegen die Bank zustehen.

Die Wechselkursgarantie der Reederei Claus-Peter Offen

Die Kurzübersicht zum Beteiligungsangebot MS „SANTA LAETITIA“ und MS “SANTA LIANA” hebt bereits auf der ersten Seite unter der Überschrift „Die Vorteile der Beteiligung im Überblick“ unter anderem folgenden Punkt für die Anleger positiv hervor: „Günstige Fremdkapitalfinanzierung (50 % JPY) ohne JPY-Wechselkursrisiko durch Kursgarantie der Reederei Claus-Peter Offen“. Auch auf Seite 2 der Kurzübersicht wird auf die Wechselkursgarantie der Reederei verwiesen. Dennoch nennt die Fondsverwaltung heute gerade das schlechte Wechselkursverhältnis USD/JPY als Grund für ihre Weigerung, Ausschüttungen an die Anleger auszuzahlen. Die finanzierenden Banken könnten deswegen zusätzliche Tilgungen und Sicherheiten von den Fondsgesellschaften verlangen, was einer Ausschüttung an die Anleger entgegenstünde.

Hinweis für Anleger

Die vorgenannten Informationen können eine ausführliche, auf den konkreten Einzelfall zugeschnittene Rechtsberatung nicht ersetzen. Falls Sie sich an KG MS „SANTA LAETITIA“ Offen Reederei GmbH & Co. und KG MS „SANTA LIANA“ Offen Reederei GmbH & Co. beteiligt haben und Sie mit der Entwicklung des Fonds unzufrieden sind, empfehlen wir Ihnen, Ihre Ausstiegsmöglichkeiten von einem spezialisierten Rechtsanwalt prüfen zu lassen.

Falls Sie nähere Informationen zu diesem Thema und zu unserer auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Kanzlei wünschen, kontaktieren Sie uns gern. Sie können hierzu unseren Allgemeinen Fragebogen ausfüllen oder uns auch über unsere Schiffsfonds-Hotline unter der Telefonnummer 0211 69002-68 direkt telefonisch kontaktieren.

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