Beteiligungsgesellschaft MS „Santa-B-Schiffe“ mbH & Co. KG – „MPC Offen Flotte“


Aktuelle Situation des Fonds/Hintergründe

Der Fonds wurde im Jahr 2006 aufgelegt. Die Kapitalanleger beteiligten sich mit einer Mindestsumme von 10.000,00 € zzgl. 5 % Agio über die Beteiligungsgesellschaft MS „Santa-B Schiffe“ mbH & Co. KG an dem Bau von insgesamt 14 Vollcontainerschiffen, namentlich an „MS San Allessandro“, „MS San Alfonso“, „MS San Alfredo“, „MS San Alvaro“; „MS San Amerigo“, „MS San Andres“, „MS San Antonio“, „MS San Albano”, “MS Santa Balbina“, „MS Santa Belina”, „MS Santa Bettina”, „MS Santa Bianca“ und „MS Santa Brunella“.
Im Verkaufsprospekt zum Fonds werden Ausschüttungen von 4,00 % für das Jahr 2007 (bei einem Beitritt im Mai 2006), 8,00 % ab dem Jahr 2008, ansteigend auf 9 % p. a. ab 2019 und 9,5 % p. a. ab 2021 prognostiziert.

Die Anleger haben lediglich im Jahr 2007 eine Ausschüttung in Höhe von 4,00 %  p. a. erhalten. Seit dem erfolgten keine weiteren Ausschüttungen.

Die Fondsverwaltung TVP Treuhand- und Verwaltungsgesellschaft für Publikumsfonds mbH informierte die Anleger mit Schreiben vom 22.12.2010 über den aktuellen Stand des Fonds. Dem Schreiben war ein „Kurzreport 2009/10“ zu der Beteiligungsgesellschaft MS Santa-B Schiffe" mbH & Co. KG beigefügt. Darin teilte die Fondsverwaltung mit, dass die prognostizierten Ausschüttungen in Höhe von 8 % - wie schon für die Geschäftsjahre 2008 und 2009 – auch für die Geschäftsjahre 2010 und 2011 voraussichtlich nicht ausgezahlt werden können. Als Grund für diese Entscheidung nennt die Fondsverwaltung die starke Aufwertung des japanischen Yen (JPY) gegenüber dem US-Dollar (USD). Da die Fondsgesellschaften ihre Fremdfinanzierungen über Schiffshypothekendarlehen jeweils zur Hälfte in USD und JPY aufgekommen hätten, könnten die finanzierenden Banken wegen dieser Wechselkursentwicklung grundsätzlich zusätzliche Tilgungen oder Sicherheiten von den Fondsgesellschaften fordern. Vor diesem Hintergrund sei eine Ausschüttung an die Anleger nicht möglich. Diese Prognose ist am Ende auch eingetreten.

Rechtliche Anhaltspunkte

Wir vertreten bereits Anleger gegen die verschiedenen Beteiligten, die an der Auflegung und dem Vertrieb des Fonds beteiligt waren. Einen Erfolg versprechenden Ansatzpunkt sehen wir insbesondere im folgenden Umstand:

Keine Aufklärung über Kick-Back-Zahlungen

Seite 78 des Verkaufsprospekts der MPC Münchmeyer Petersen Capital Vermittlung GmbH enthält einen prognostizierten Investitions- und Finanzierungsplan zur Investition „MPC Offen Flotte“. In der Auflistung sind unter anderem die Kapitalbeschaffungskosten mit einer konkreten Summe zzgl. 5 % Agio ausgewiesen. Auf Seite 81 wird hierzu ausgeführt, dass es sich hierbei um eine Vergütung handelt, die MPC im Zusammenhang mit den Kosten für die Beschaffung des einzuwerbenden Kommanditkapitals erhält. Weitere Empfänger von Vergütungen sind dort nicht aufgeführt.

Uns ist aber bekannt, dass dieser Hauptvertrieb mit diversen Vertriebspartnern, insbesondere auch mit mindestens einer Großbank, Vertriebsvereinbarungen geschlossen hat, wonach Provisionen geleistet wurden.

Der Aspekt des Vertriebs der Beteiligungen über Banken ist für Anleger interessant. Denn die Bankberater hätten ihre Kunden darüber informieren müssen, dass sie für die Vermittlung der Beteiligung eine Vergütung erhalten. Der BGH hat dies kürzlich mit Hinweisbeschluss vom 09.03.2011 klargestellt (Az.: XI ZR 191/10). Demnach sind Zahlungen an die Bank aus den im Prospekt offen ausgewiesenen Vertriebskosten, ohne dass die Bank als Empfänger der Zahlungen angegeben wurde, als aufklärungspflichtige Rückvergütungen („Kick Backs“) anzusehen. Eine Aufklärung über die Zahlung von Rückvergütungen an eine Bank erfolgt in dem Verkaufsprospekt zur „MPC Offen Flotte“ an keiner Stelle.

Anlegern, die ihre Fondsbeteiligung über einen Bankberater erworben haben, ohne dass sie über die Provisionen an die Bank aufgeklärt wurden, dürften Schadensersatzansprüche gegen die Bank zustehen.

Hinweis für Anleger

Die vorgenannten Informationen können eine ausführliche, auf den konkreten Einzelfall zugeschnittene Rechtsberatung nicht ersetzen. Falls Sie sich an der Beteiligungsgesellschaft MS „Santa-B-Schiffe“ mbH & Co. KG – „MPC Offen Flotte“ beteiligt haben und Sie mit der Entwicklung des Fonds unzufrieden sind, empfehlen wir Ihnen, Ihre Ausstiegsmöglichkeiten von einem spezialisierten Rechtsanwalt prüfen zu lassen.

Falls Sie nähere Informationen zu diesem Thema und zu unserer auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Kanzlei wünschen, kontaktieren Sie uns gern. Sie können hierzu unseren Allgemeinen Fragebogen ausfüllen oder uns auch über unsere Schiffsfonds-Hotline unter der Telefonnummer 0211 69002-68 direkt telefonisch kontaktieren.

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