HSC Shipping Protect I


Aktuelle Situation des Fonds/Hintergründe

Der Fonds wurde im Jahr 2007 aufgelegt. Die Kapitalanleger beteiligten sich mit einer Mindestsumme von 5.000,00 € zzgl. 5 % Agio an zwei Beteiligungsgesellschaften, der HSC Shipping Protect I GmbH & Co. KG und der HSC Shipping Protect I VV GmbH & Co. KG. Das Konzept dieses so genannten Dachfonds sieht vor, dass sich die Anleger über HSC Shipping Protect I mittelbar an von der HCI Gruppe angebotenen Schiffsbeteiligungen beteiligen (zu 54,5%). Bislang wurde in 12 Zielfonds mit insgesamt 25 Schiffen unterschiedlicher Typen- und Größenklassen investiert. Über die HSC Shipping Protect I VV GmbH & Co. KG beteiligen sich die Anleger mit den restlichen 45,5 % an verzinslichen Anlagen einer deutschen Großbank (Hypo Vereinsbank).

Im Prospekt zu der Beteiligung werden Ausschüttungen von 5,00 % für das Jahr 2008, ansteigend auf 5,50 % ab dem Jahr 2016, 6,50 % für die Jahre 2019 und 2020 und 7,90 % für das Jahr 2021 prognostiziert. Die Anleger haben 2008 eine Ausschüttung in Höhe von 5,00 % p. a. erhalten. Seit dem Jahr 2009 erfolgten keine weiteren Ausschüttungen.

Laut dem „Aktuellen Überblick 2010“ (Stichtag: 06.09.2010), herausgegeben von der HCI Treuhand GmbH, habe die globale konjunkturelle Eintrübung und die starke Zurückhaltung im industriellen und privatem Konsum zu einem weltweiten Nachfragerückgang geführt. Dieses aktuell schwierige Marktumfeld habe zur Folge, dass ein Großteil der gemäß Prospekt für die Jahre 2009 und 2010 erwarteten Rückflüsse aus den Schiffsbeteilungen ausgeblieben seien. Unter dem Punkt „Liquidität / Ausschüttungen 2010“ wird in dem Bericht ausgeführt, dass der größte Anteil der laufenden Kosten die Gebühr für die Kapitalgarantie – die sog. Avalprovision – ausmache. Die Höhe der Avalprovision hänge davon ab, welcher Betrag noch von der Bank zu garantieren sei. Der Garantiebetrag werde dabei u. a. durch an die Anleger geleistete Ausschüttungen reduziert. Zur nachhaltigen Senkung der Avalprovision sollte folglich jährlich eine Ausschüttung an die Anleger erfolgen. Voraussetzung für eine Ausschüttung im Jahr 2010 sei ein anteiliger Verkauf der Inhaberschuldverschreibung, der für das vierte Quartal 2010 anvisiert werde. Die darauf resultierenden Ausschüttungen für das Jahr 2010 würden dann voraussichtlich im ersten Quartal 2011 erfolgen. Eine Ausschüttung im Jahr 2011 erfolgte allerdings noch nicht.

Rechtliche Anhaltspunkte

Wir vertreten bereits Anleger gegen die verschiedenen Beteiligten, die an der Auflegung und dem Vertrieb des Fonds beteiligt waren. Einen Erfolg versprechenden Ansatzpunkt sehen wir insbesondere im folgenden Umstand:

Keine Aufklärung über Kick-Back-Zahlungen

Ausweislich der Darstellung im Verkaufsprospekt wurden für die Eigenkapitalvermittlung Provisionen i. H. v 2.000.000,00 € und damit das gesamt Agio an die HSC Concept GmbH gezahlt (s. S. 23/24 des Prospektes). Überdies wurden auf Ebene der Zielgesellschaften weitere Provisionen an Unternehmen der HCI-Gruppe i. H. v. bis zu 19 %, bezogen auf das jeweilige Emissionskapital zzgl. Agio geleistet (Prospekt, S. 24). Der Hauptvertrieb hat sodann mit diversen Vertriebspartnern, insbesondere mit Banken und Sparkassen, Vertriebsvereinbarungen geschlossen, wonach Provisionen geleistet wurden.

Der Aspekt des Vertriebs der Beteiligungen über Banken ist für Anleger interessant. Denn die Bankberater hätten ihre Kunden darüber informieren müssen, dass sie für die Vermittlung der Beteiligung eine Vergütung erhalten. Der BGH hat dies kürzlich mit Hinweisbeschluss vom 09.03.2011 klargestellt (Az.: XI ZR 191/10). Demnach sind Zahlungen an die Bank aus den im Prospekt offen ausgewiesenen Vertriebskosten, ohne dass die Bank als Empfänger der Zahlungen angegeben wurde, als aufklärungspflichtige Rückvergütungen („Kick Backs“) anzusehen.

Anlegern, die ihre Fondsbeteiligung über einen Bank- oder Sparkassenberater erworben haben, ohne dass sie über die Provisionen an die Bank aufgeklärt wurden, dürften Schadensersatzansprüche gegen die Bank oder Sparkasse zustehen.

Hinweis für Anleger

Die vorgenannten Informationen können eine ausführliche, auf den konkreten Einzelfall zugeschnittene Rechtsberatung nicht ersetzen. Falls Sie sich an dem Dachfonds HSC Shipping Protect I beteiligt haben und Sie mit der Entwicklung des Fonds unzufrieden sind, empfehlen wir Ihnen, Ihre rechtlichen Möglichkeiten von einem spezialisierten Rechtsanwalt prüfen zu lassen.

Falls Sie nähere Informationen zu diesem Thema und zu unserer auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Kanzlei wünschen, kontaktieren Sie uns gern. Sie können hierzu unseren Allgemeinen Fragebogen ausfüllen oder uns auch unter der Telefonnummer 0211 69002-68 direkt telefonisch kontaktieren.

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