DS-Rendite-Fonds Nr. 111 muss Fondsschiffe verkaufen

Anleger sollten nun ihre rechtlichen Möglichkeiten prüfen

 

Aktuelle Situation

Der DS-Rendite-Fonds Nr. 111 wurde 2005 von der Dr. Peters GmbH & Co. Emissionshaus KG aufgelegt. Investiert wurde in zwei Aframax Doppelhüllentanker, die DS Performer und DS Power.

Für die Gesellschafter des Fonds verläuft die Geschäftsentwicklung des Fonds bislang enttäuschend. Sie haben lediglich im Jahr 2006 und 2007 Ausschüttungen erhalten.

Mitte September 2011 wurden die Anleger laut einem Bericht der Fondszeitung von Dr. Peters informiert, dass „aufgrund der dramatischen Verschlechterung der Liquiditätslage und des bisherigen Verlaufs der Bankengespräche die Notwendigkeit, einen Insolvenzantrag stellen zu müssen, derzeit nicht ausgeschlossen werden (kann)“. Hintergrund sei der, dass die Schiffseinnahmen noch nicht einmal die Schiffsbetriebskosten decken. Es bestehe eine laufende Unterdeckung mit der Folge, dass die Bankverbindlichkeiten nicht mehr bedient und auch die Kontokorrentkreditlinie in Anspruch genommen und überzogen werden mussten. Von den beteiligten Banken – der Commerzbank und der Nordea Bank – dränge vor allem die Nordea Bank zum Verkauf der Fondsschiffe. Dies hätte zur Folge, dass die Banken aufgrund des voraussichtlich zu erzielenden Verkaufspreises die Hälfte ihres Investments verlieren würden, die Anleger indes alles.

Außerordentliche Gesellschafterversammlung

Am 5.10.2011 fand eine außerordentliche Gesellschafterversammlung statt, auf der über den Verkauf der Schiffe entschieden werden sollte. Den Anlegern droht somit das vorstehend beschriebene Szenario, dass sie das in den Fonds angelegte Kapital völlig verlieren.

Rechtliche Angriffsmöglichkeiten

Wir vertreten bereits Anleger gegen die verschiedenen Beteiligten, die an der Auflegung und dem Vertrieb des Fonds beteiligt waren. Einen Erfolg versprechenden Ansatzpunkt für Anleger sehen wir insbesondere dann, wenn ihnen das Investment von Banken und Sparkassen vermittelt wurde und sie von ihrem Berater nicht über mögliche Kick-Back-Zahlungen aufgeklärt wurden.

Seite 44 des Verkaufsprospekts von Dr. Peters GmbH & Co. Emissionshaus KG enthält eine Investitions- und Finanzierungsrechnung. In der Auflistung sind unter anderem die Kosten für den Vertrieb und Einwerbung des Beteiligungskapitals mit einer konkreten Summe zzgl. 5 % Agio ausgewiesen. Auf Seite 68 werden Einzelheiten zu den Verträgen zum Vertrieb und Platzierung angegeben, ohne dass dort Banken als Vermittler genannt sind. Uns ist aber bekannt, dass mindestens eine Verbands-Sparkasse den DS-Rendite-Fonds Nr. 111 vertrieben hat.

Dieser Aspekt ist für Anleger deswegen interessant, weil ihre Bank- und Sparkassenberater sie darüber hätten informieren müssen, wenn sie für die Vermittlung der Beteiligung eine Vergütung erhalten haben. Der BGH hat dies kürzlich mit Hinweisbeschluss vom 09.03.2011 klargestellt (Az.: XI ZR 191/10) und mit Beschluss vom 24.08.2011 zu gleichem Az. bestätigt. Demnach sind Zahlungen an die Bank aus den im Prospekt offen ausgewiesenen Vertriebskosten, ohne dass die Bank als Empfänger der Zahlungen angegeben wurde, als aufklärungspflichtige Rückvergütungen („Kick Backs“) anzusehen.

Anlegern, die ihre Fondsbeteiligung über einen Bank- oder Sparkassenberater erworben haben, ohne dass sie über die Provisionen an die Bank aufgeklärt wurden, dürften Schadensersatzansprüche gegen die Bank oder Sparkasse zustehen.

Hinweis für Anleger

Die vorgenannten Informationen können eine ausführliche, auf den konkreten Einzelfall zugeschnittene Rechtsberatung nicht ersetzen. Falls Sie sich an dem DS-Rendite-Fonds Nr. 111 beteiligt haben und Sie mit der Entwicklung des Fonds unzufrieden sind, empfehlen wir Ihnen, Ihre rechtlichen Möglichkeiten von einem spezialisierten Rechtsanwalt prüfen zu lassen.

Falls Sie nähere Informationen zu diesem Thema und zu unserer auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Kanzlei wünschen, kontaktieren Sie uns gern. Sie können hierzu unseren Allgemeinen Fragebogen ausfüllen oder uns auch über unsere Schiffsfonds-Hotline unter der Telefonnummer 0211 69002-68 direkt telefonisch kontaktieren.

Unsere
Schiffsfonds-Hotline


Tel: 0211 69002-68

 


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