Rechtsansprüche wegen fehlender Nachträge in den Verkaufsprospekten

Viele Verkaufsprospekte, die für die Beteiligung an einem Schiffsfonds werben, sind seit Bekanntwerden der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise überholt. Sie berücksichtigen nicht in ausreichendem Maße, dass der Schiffsmarkt seitdem einige Verwerfungen hinnehmen musste. Hieraus können sich Rechtsansprüche der Zeichner von Schiffsfonds-Beteiligungen ergeben, die ihre Beteiligung ab Herbst 2008 gezeichnet haben. Denn sofern sich ein Umstand von wesentlicher Bedeutung für den Fonds geändert hat, hätte vom Prospektherausgeber ein Nachtrag zum Verkaufsprospekt verfasst werden müssen. Dies fordert § 11 Verkaufsprospektgesetz. Mit einem solchen Nachtrag soll der Anleger auf der Grundlage von aktuellen Fakten entscheiden können, ob er investieren will oder nicht. Geänderte Umstände, die in den Schiffsfonds-Prospekten hätten nachgetragen werden müssen, sind beispielsweise die Insolvenz der Reederei oder eine Verschlechterung der Bonität des Charterers. Mit einem solchen Nachtrag soll der Anleger auf der Grundlage von aktuellen Fakten entscheiden können, ob er investieren will oder nicht.

Unserer Erfahrung nach enthalten viele aktuelle Verkaufsprospekte die notwendigen Nachträge nicht. Dies ist häufig darauf zurückzuführen, dass die Zeichner nicht durch derartige Risikohinweise verschreckt werden sollen.

Sofern ein Anleger ab Oktober 2008 mit überholten Prospektangaben zum Beitritt zu einem Fonds bewegt wurde, kann er unter Umständen Schadensersatzansprüche wegen Falschberatung geltend machen. Hierfür gelten erfahrungsgemäß allerdings kurze Fristen.

Wir raten daher jedem Zeichner von Schiffsfonds-Beteiligungen ab Herbst 2008 eine Überprüfung des Verkaufsprospektes durch einen fachkundigen Rechtsanwalt durchführen zu lassen.